Chronik des "Kleingärtnerverein Aue" e.V. Bad Lauterberg im Harz

Am 22. Februar 1940 wurde der "Kleingärtnerverein" Bad Lauterberg im Harz gegründet.

 

Bürgermeister Hachmeister lud zu einen Film und Informationsabend in die Goldene Aue ein, wozu er 100 Personen sowie Herr Hupfer (Landesgruppenleiter) herzlich begrüßen konnte. Ziel dieses Abends sollte sein, Bad Lauterberger Bürger zum Teilselbstversorger durch Schaffung von Kleingärten werden zulassen.

40 – 45 Kleingärten sollten unterhalb der Horreschen Fabrik, auf dem Grundstück der Erbgemeinschaft Otte angelegt werden, wofür sich schon zum größten Teil Interessenten gefunden hatten.

Nach Schluss der Vorträge wurde der "Kleingärtnerverein" Bad Lauterberg im Harz gegründet. An dem Abend trugen sich 18 Personen in die ausgelegte Liste ein. Der Polizeihauptwachtmeister Reinhold Hardt, wurde von Bürgermeister zum 1. Vorsitzenden bestimmt, welcher damals noch als Vereinsleiter bezeichnet wurde. Gartenfreund Hardt teilte dann dem Bürgermeister die Zusammensetzung des Vorstandes mit. Das Gründungsprotokoll wurde von nachstehenden Gartenfreunden unterschrieben: 1.Vorsitzender, Hauptwachtmeister Reinhold Hardt; Stellvertreter, Werkmeister Hermann Kreter; Schriftführer, Schuhmacher Friedrich Körner; Rechnungsführer, Polierer Willy Voigt und als Beiräte, Hugo Apel und Hugo Jacobi.

Die 1. Versammlung des neugegründeten Kleingärtnervereins fand schon am 26. April 1940 im Gasthaus "Goldene Aue" statt. Nachdem die Satzungen des Reichsbundes Deutscher Kleingärtner durch den Vereinsleiter verlesen und hierzu Erläuterungen gegeben waren, wurde beschlossen, die Satzungen anzunehmen und die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister des Amtsgerichts Herzberg am Harz zu beantragen. Der Lageplan des Geländes wurde erklärt und über das Staatsdarlehen und dessen Verwendung Erläuterungen abgegeben, sowie beschlossen.

An Hand von zwei Modellen wurden die zu bauenden Lauben besprochen, sodass jeder über Bau, deren Zweck und Wert Kenntnis bekam. Alle Gärten wurden bis auf drei Ausnahmen verlost. Da zwei Besitzer, Gartenfreund Kreter und Hardt, Land zur Errichtung von Kleingärten abgetreten hatten und noch ein langjähriger Besitzer eines Pachtlandes, Gartenfreund Jacobi, ebenfalls das Land hergab, wurde beschlossen, diesen kein Los zu geben, sondern diesen einen Garten aus dem Lande, welches sie früher besessen bzw. bewirtschaftet hatten, wählen zu lassen.

Ein emsiges Arbeiten begann. Die Fuhrleute und Brüder Martin und Emil Schulze pflügten damals kostenlos das gesamte Gelände um. Wege wurden angelegt und aus Wiesen und Ackerland entstanden die heutigen Kleingärten.

 

Bau der ersten Laube auf dem Grundstück der Familie Hardt, im Jahr 1939.

Unten rechts: Hugo Jacobi sen., unten Mitte: Reinhold Hardt, unten links: Helmut Hardt,

darüber Friedrich Oppermann, oben: Hugo Jacob jun


Bei der Generalversammlung am 22.03.1942 wurde der Beschluss für eine Namensänderung gefasst. Der Verein heißt jetzt: "Kleingärtnerverein Aue" e.V. Bad Lauterberg im Harz. Der Anlass dazu war vermutlich die Gründung des Bruder-Vereins „Carl-Brune-Stiftung e. V.“ im Jahr 1941.

1946 gab es den ersten Wechsel im Vorstand. Gartenfreund Wilhelm Grosse wurde Nachfolger des 1. Vorsitzenden Hardt. Der Verein zählte nun 165 Mitglieder und frei werdende Gärten fanden schnell neue Pächter. 1949 trat Grosse sein Amt wegen Krankheit an Gartenfreud Adolf Casper ab.

Obwohl die wirtschaftlichen Verhältnisse noch recht bescheiden waren, wurden Vereinsvergnügen durchgeführt. Es ist bekannt, dass zu diesen Zwecken oft ein Leihzelt in der Gartenanlage aufgebaut wurde.

Bei der Mitgliederversammlung am 23. Oktober 1953 wurde von einigen Gartenfreunden der Bau eines kleinen Vereinshauses vorgeschlagen. Dieses Anliegen fand aber keine Mehrheit bei der Versammlung und wurde abgewiesen. Dies sollte sich aber bald ändern. Für den 24. Juli 1954 wurde zu einer besonderen Mitgliederversammlung in ein Zelt, welches zu diesem Zweck auf der Gemeinschaftswiese in der Gartenanlage aufgestellt war, eingeladen. Einziger Tagesordnungspunkt:

Ankauf einer Baracke

Auf Antrag des Brudervereins an der Koldung war von der Stadt beiden Vereinen, je zur Hälfte, die am Marktplatz an der Bahnhofstraße stehende Baracke angeboten. Die angebotene Hälfte hatte die Maße von 8 x 10 Metern. Die Versammlung stimmte dem Kauf zu.

Nachdem das Vereinshaus stand und damit ein großer Wunsch aller Gartenfreunde wahr wurde, galt es jetzt, das neue Haus mit Leben zu erfüllen. Schon die nächste JHV am 24. Oktober 1954 konnte im "eigenen" Vereinshaus abgehalten werden.

Ende 1955 übernahm Gfd. Karl Heydorn den Vorsitz. Immer wieder wurde am und im Vereinshaus gewerkelt. Elektrischer Strom wurde eingeplant, war aber noch nicht realisierbar. So gab man sich 1956 vorerst mit Gaslicht (Propan) zufrieden.

Geselliges Leben

Immer mehr entwickelte sich das gesellige Leben. Es wurden Kappen- und Winzerfeste, Walpurgisfeiern und Erntedankfeste veranstaltet. Ende der 50er Jahre kamen die ersten Heimatvertriebenen in die Anlage. Hier seien Namen wie Arlt, Gatza, Koch, Kowollik und Kabitz als Beispiele genannt. Die Anlage wurde auch "Aue-Kurpark" genannt.

Im November 1961 wurde Wolfgang Brachhoff 1.Vorsitzender und löste Karl Heydorn ab. Heydorn hatte sich wegen Existenz Änderung nicht mehr zur Wahl gestellt. Auf Vorschlag von Gfd. Brachhoff, wurde Heydorn von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt, und somit gab es im Verein den ersten Gartenfreund mit solch einem Ehrenamt.

1964 beteiligte sich der Verein am Festumzug anlässlich der Feier zum 125-jährigen Bade-Jubiläum. 1965 gab es einen weiteren Fortschritt, da das Vereinshaus an das örtliche Stromnetz angeschlossen wurde. In einem größeren Rahmen wurde im Mai des Jahres mit einem Fest der Vereinsgründung vor 25 Jahren gedacht. Den musikalischen Auftakt gab für diesen festlichen Abend die Harzklub Schrammelkapelle.

Vorsitzender Wolfgang Brachhoff konnte eine vollzählige Aue-Familie willkommen heißen, dazu Bürgermeister Haase, Stadtamtmann Dietrich, Mitglieder des Bezirksvorstandes und eine Abordnung des Nachbarvereins "Brune-Stiftung".

Festredner, Mittelschulkonrektor, Gartenfreund und 1. Schriftführer Arno Merkel nannte Jubiläumsstunden Stunden der Freude, des Sich Erinnerns und des Sich Besinnens und ließ noch einmal den Gründungstag, den 22. Februar 1940, aktuell werden. Von den rund hundert Gartenfreunden, die sich am 22. Februar 1940 in der "Goldenen Aue" zusammenfanden, waren noch einige dabei. Sie konnten sich an den schweren Start gut erinnern. Bürgermeister Haase, ständiger Gast bei den Aue-Gartenfesten und deshalb besonders herzlich begrüßt, sprach Dank und Anerkennung, Gratulation und Zukunftsglückwünsche aus.

 

Gartenfreund Merket bei der Laudatzio zum 25jährigen Bestehen.

Ende 1969 wurde Karl-Heinz Ingelmann zum Vorsitzenden gewählt, und somit Nachfolger von Wolfgang Brachhoff


Umbau des Vereinshauses

Das Vereinshaus, inzwischen zu klein geworden, bekam 1970 an der Westseite einen Anbau von drei Metern. Das entspricht dem heutigen Theke und Küchenraum. 1971 wurde das Haus mit erheblichen Mitteln von der Zechenstraße her unter dem Bahnkörper durch an das örtliche Wassernetz angeschlossen. An der Außenwand wurde zur Entnahme von Trinkwasser ein Münzautomat angebracht.

Im gleichen Jahr wurden die Toiletten verbessert. Gartenfreund Kröber erstellt für das Vereinshaus ein Gemälde.


Das Vereinshaus vor der Vergrößerung von der Bahnseite her. Etwa Ende der sechziger Jahre

Zur Unterbringung von Gerätschaften wurde 1972 ein Schuppen gebaut. Im Rahmen des Sommerfestes wurde der Ehrenvorsitzende und Jubiläumswart Karl Heydorn durch Überreichung der großen goldenen Ehrennadel geehrt. Spontan stiftete Heydorn einen größeren Geldbetrag für das nächste Kinderfest.

Das Vereinshaus erhielt 1974 in Eigenleistung einen neuen Fußboden. Eine weitere Verbesserung waren die 1975 angebauten Toiletten am Ostgiebel.

An Kinder gedacht

Allgemein dienen die Kleingärten nicht mehr dem Lebensunterhalt; vielmehr dem Zweck von Freizeit und Erholung. Die Kinderfreundlichkeit in der Anlage war bekannt; immer wieder verbesserte man den Spielplatz mit Geräten.

1979 übernahm Wilhelm Neuse den Vorsitz als Nachfolger von K.H. Ingelmann. In Verbindung mit dem Sommerfest gedachte der Verein 1980 seines 40-jährigen Bestehens. Immer wieder zeigte sich, wie wichtig Rat und Wissen der Fachberater sind, gleich 4 Gfd. nahmen 1981 an Lehrgängen in Göttingen teil. Zum Zweck der besseren Raumnutzung und dem Sparen von Energie, baute man 1981 die schon lang erwartete Trennwand im Vereinshaus ein. Nachdem das Vereinshaus 27 Jahre stand, kam auf Kosten des Vereins 1981 ein Telefonanschluss; heute sind auch in der Anlage Handys selbstverständlich.

1983 zählte der Verein 120 Mitglieder. Seit Jahren hatte man vor, die Eingangstore zu erneuern. 1984 war es soweit. Von Schlossermeister Gerhard Mielke wurden verzinkte Tore geliefert. Ein anderer wichtiger Punkt konnte 1984 abgehakt werden. Die Anfrage bei der Stadt Bad Lauterberg nach der Einbeziehung der Anlage in den Bebauungsplan wurde positiv beschieden. Somit war der Erhalt der Kleingartenanlage gesichert.

Einen Wechsel im Vorstand gab es 1985. Da der bisherige 1. Vorsitzende Gfd. Neuse nicht mehr kandidierte, wurde Gfd. Hermann Nauk vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Danach wählte die Versammlung den bisherigen 1. Vorsitzenden Neuse einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Ein Münzzähler für Strom wurde 1986 in der Außentoilette angebracht.

Seit Jahren klagten Gartenfreunde im unteren Bereich der Anlage über feuchten Boden, über längeren Wasserstand auf dem Land nach einer Regenzeit, besonders im Frühjahr. Nach längerer Überlegung entschied man sich für die Anlegung einer Drainage bzw. eines Oberkanals in diesem Bereich. 1987 wurde mit dem ersten Abschnitt begonnen.

Im gleichen Jahr wurden beide Aushangkästen hinter den Eingangstoren von Gfd. Hans Holthausen erneuert.

Das Vereinshaus erhielt 1988 eine neue Theke, eine Sitzgruppe bestehend aus Eckbank und 4 Stühlen, sowie den Stammtisch. Der Fußboden wurde im gleichen Jahr in üblicher Gemeinschaftsarbeit renoviert. Die Küche wurde Dank gespendeter Einbaumöbel erneuert.


In einem zweiten Abschnitt wurden die Drainage-und Kanalarbeiten in einer Gesamtlänge von 350 Metern abgeschlossen.

Am 1. Mai 1989 verstarb plötzlich der 1. Vorsitzende, Gartenfreund Hermann Nauk. Ein großer Verlust für den Verein, man empfand tiefes Mitgefühl für die Angehörigen des Verstorbenen. Vorerst blieb der Posten des Vorsitzenden vakant und wurde vom 2. Vorsitzenden mit wahr genommen. Diese Doppelfunktion war für Gfd. Hippauf keine leichte Aufgabe. Galt es doch, auch in dieser Zeit mit den Freunden vom Bruderverein an der Koldung, Vorbereitungen zur Teilnahme am Festumzug anlässlich des 150jährigen Bade-Jubiläums zu treffen.

 

Bei der Teilnahme am Festumzug, zeigte sich Günter und Wera Rohr
als Bäuerinnen und Bauern des vergangenen Jahrhunderts.

Heinz Kalamorz wurde in der Hauptversammlung 1989 zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Damit war die vakante Stelle wieder besetzt.

Sein 50jähriges Bestehen feierte der Verein am 7./8. Juli 1990. Der 1. Vorsitzende Heinz Kalamorz konnte mit Freude Magdalena Feutlinske und den Ehrenvorsitzenden Wilhelm Neuse, zwei Kleingärtner der ersten Stunde, für 50jährige Mitgliedschaft ehren.

Wir haben das Jahr 1996, der Verein hat 130 Mitglieder. In der Hauptversammlung 1997 wurde Gfd. Volkmar Rudolph neuer 1. Vorsitzender. Gfd. Kalamorz hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Gfd. Rudolph wurde damit der zehnte Vorsitzende in der Vereinsgeschichte.

Als das Licht anging

Das Jahr 1998 wurde zum "Jahr des Lichtes", denn es wurde eine Ringleitung verlegt, an die sich 60 Kleingärtner mit ihren Lauben anschlossen. Am Sonnabend, 27. Juni um 10.45 Uhr ging in den Lauben das Licht an. Jeder Anschluß bekam einen eigenen Stromzähler.

Eine weitere Verbesserung gab es gleich 1999. Die Holz- und Kohleöfen wurden durch zwei Gasheizöfen ersetzt: Eine wesentliche Erleichterung für die Wirtsleute. Für diese Umstellung wurde ein Flüssiggasbehälter aufgestellt.

Arbeitseinsatz Flüssiggasbehälter am Vereinshaus aufstellen.


Im Jubiläumsjahr 2000 setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Volkmar Rudolph, 2. Vorsitzender Wolfgang Kretzer (zugleich Gartenfachberater), 1. Kassierer Lothar Fricker, 2. Kassierer Wilfried Peix (auch Versicherungsobmann), 1. Schriftführer Horst Hänel, 2. Schriftführerin Sigried Herburg. Wolfgang Brachhoff von 1961 bis 1969 1. Vorsitzender, war zuletzt bis zu seinem Tod am 26.03.2000 als Jubiläumswart tätig.

 

 

Der Vorstand im Jahr 2000

 

2004 wurde die Klärgrube um eine weitere Kammer erweitert und auf Bioabbau durch Bakterien umgestellt. Somit brauchte die Klärgrube nun nicht mehr ausgepumpt werden.

Damit die Betankung der Gastanks erleichtert wurde, versetzte man 2006 die Tanks, derzeit hinter dem Vereinsheim, auf die Gartenparzelle Nr. 40. Diese Parzelle wurde zu dieser Zeit zum Vereinsheim dazu genommen, um zusätzliche Nutzfläche und einen zusätzlichen Geräteschuppen (die ehemalige Laube) zu gewinnen.

 

2007 war das Dach des Vereinshauses desolat und musste dringend erneuert werden. Mit vereinten Kräften erhielt das Dach ein stabiles Trapezblech. Auch der neu dazu gewonnene Geräteschuppen wurde mit einem solchem Dach versehen, da auch dieses nicht mehr intakt war.

Im Herbst 2008 wurde der Haupteingang auf den Zollweg verlegt. Der Eingang der nun auch per Auto befahrbar ist, liegt gleich gegenüber des Vereinsheimes. Da die Lieferung des Eingangstores etwas länger dauerte und auch der Winter ziemlich früh Einzug hielt wurde die Einfahrt erst im Frühjahr 2009 fertig gestellt.

2010 07 04 12 57 14

2010 begingen wir unser 70 jähriges Bestehen. Bei schönstem Sommerwetter feierten wir 2 Tage mit vielen Freunden und geladenen Gästen. Am zweiten Tag, ein Sonntag, wurden für die Kinder wie jedes Jahr zu Sommerfesten, Spiele auf dem Vereinshof angeboten.

 

Was sonst noch so getan werden muss? Mal sehen, was die Zeit so bringt!

 


Bilder Verzeichnis

Termine

Samstag, 23. 10. 2021
08:55 - 09:40
Grünabfallabholung

Samstag, 06. 11. 2021
08:55 - 09:40
Grünabfallabholung

Samstag, 13. 11. 2021
15:00 -
Jahreshauptversammlung

Samstag, 20. 11. 2021
08:55 - 09:40
Grünabfallabholung

Samstag, 27. 11. 2021
15:00 -
Adventsfeier